Gloriosa rotschildiana

Die Pflanze Gloriosa ist eine tropische Pflanze, die feucht-warmes Klima liebt. Warum sie mit ihrem Art-Namen ausgerechnet rotschildiana heißt kann ich nur mutmaßen. Vermutlich war der Botaniker, der sie das erste Mal fand, so sehr beeindruckt, dass er der Blumen den Namen einer der reichsten Familien gab.  Der deutsche Name Ruhmeskrone ist kaum weniger eindrucksvoll. Entspricht aber gänzlich dem Eindruck, den die Blüte hinterlässt.

 

Mit ihren 6 bizarr geformten Blütenblättern, ihren raumgreifend abstehenden Staubgefäßen und ihrem seitlich abgebogenen Griffel zieht sie förmlich die Aufmerksamkeit auf sich. Neben der auffälligen Blütenform ist die Farbe nicht weniger bescheiden.

 

Ihr starker Gelb-Rot-Kontrast ist unübersehbar. Obgleich die Farbigkeit je nach Spezies verschieden ausgeprägt sein kann.

 

Herrschaftlich klettert die Pflanze in ihrer Heimat bis zu 2 Meter in die Höhe und hält sich mit ihren Ranken an allem fest, was sich ihr bietet. Sie sind dabei in der Lage diese mehr einzurollen oder auszukringeln. Je nachdem wie weit entfernt sich ihre anvisierte Haltestütze befindet. Im gärtnerischen Anbau in den Gewächshäusern müssen die Triebe regelmäßig  aus den Verstrebungen herausgeschnitten werden, denn in kurzer Zeit ist während der Wachstumsperiode ein dichtes Dickicht entstanden. 

 

Viele Pflanzen sind „Ranker“ oder „Klimmer“ und haben sich dazu eine Menge Möglichkeiten ausgedacht. Zum Beispiel sich windende Sprosse wie bei der Winde. Efeu und Kletterhortensien besitzen Haftwurzeln zum Festhalten und Wilder Wein Sprossranken. Sicherlich gibt es noch Weiteres.

 

Die Gloriosa besitzt jedenfalls metamorphisch veränderte Blätter, deren Spitzen in langen Ranken auslaufen. Es lohnt sich auf jeden Fall sich dies einmal anzuschauen.

 

 

Wuchs eines großen verzweigten Stieles der Gloriosa rotschildiana.

Die Edle

Persönlicher Steckbrief der Pflanze

 

Der Juni ist der hauptsächliche Blühmonat der Ruhmeskrone. Während ihrer Blütezeit steht sie zum Kauf bereit. Zum einen als Schnittblume zum anderen als Topfpflanze.

 

Für ein gutes Wachstum benötigen Gloriosa-Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen, die ihrem Ursprungsland entsprechen. Diese sind ein feucht-warmes Klima, 20-25Grad, nach Möglichkeit kalkarmes Wasser und geeigneter Dünger. Im großen Internet lässt sich alles gut nachlesen.

 

Mein Gebiet sind die Schnittblumen und da gehört die Gloriosa zu den Unkomplizierten und Haltbaren, mit einer Blühdauer von 7-10 Tagen. Somit blüht sie in der Vase nahezu ebenso lange wie eine kleine Pflanze, deren wenige Blüten rasch vertrocknen.

 

Alle Sträuße mit den Ruhmeskronen sind bezaubernd. Aber ich finde, ihr exotischer Habitus kommt in schlichten Bouquets am besten zur Geltung. Es reichen bereits 2 Stiele mit wenig begleitenden Blüten- und Grünbeiwerk für einen echten „Hingucker“.

 

 

Kleine Glaswürfel wurden mit einzelnen Blütensielen und etwas Beiwerk befüllt. Locker auf dem Tisch aufgestellt ergibt sich ein farbenfrohe Tischdekoration.

Gloriosa-Lilien

Wer sich Zeit nimmt beim Schauen, sieht neben der Schönheit den Mechanismus der Blätterenden. Sie halten sich an allem Nahegelegenen fest, indem sie die Kringel ausrollen und den Gegenstand fest umrunden.

Ist es nicht faszinierend, dass dieser Reflex selbst im abgeschnittenen Zustand noch wirksam ist? Welche Kraft steckt in dieser Blume?

 

 

 

Ausgerolltes Ende eines grünen Blattes der Ruhmeskrone.

Gloriosablüte

Bei mir hat es eine Weile gedauert, bis mir bewusstwurde, wie grandios ich es finde.

Bevor ich verstand, dass das Umrunden auch noch im abgeschnittenen Zustand geschieht, hat mich der Umstand eher verärgert. Ich verfluchte die Gärtner, die sich keine Mühe gaben und mir diese verknoteten Bündel verkauften.

 

Sie müssen sich vorstellen, welchen Aufwand es bedeutet 20 Blütenstiele in einer geschlossenen Verpackung sorgfältig auseinander zu bringen, die sich fest umeinandergewickelt haben. Schließlich darf keine der kostbaren Blüten verletzt oder geknickt werden.

 

Erst das Gespräch mit den Verkäufern belehrte mich eines Besseren. Sie schilderten den starken Wuchs der Pflanze im Gewächshaus, das Herausschneiden jeden Triebes im geeigneten Reifestadium. Wie sie jeden Blütenstiel einzeln in das Papier legen und dann verschließen.

 

 

Dieses Bild lässt die Mühe jedes Beteiligten erkennen.

 

Die Mühe der Pflanze, die Kraft aufwendet um sich zu rollen. Der Gärtner, der sorgsam jeden Blütenstiel erntet und meine beim Auspacken und Entwirren der Schönen.

Dass Pflanzen intelligente Zellen haben, tröpfelt so langsam nicht nur in mein Bewusstsein. Seit Jahren setzen sich Forscher mit pflanzlichen Sinnesorganen auseinander, mit ihrer Flexibilität und der ungeheuren Vielfalt, wie sie sich verständigen, lernen und bewegen können.

Wer Bewegungs-Nastien selbst studieren möchte, knöpft sich die Ruhmeskronen vor.

 

 

Fest im Griff.

Gloriosalilie

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